NUN IST´S WIEDER SOWEIT …

Bericht von Karin Kielreiter

Das schönste ist es, wenn die Teilnehmer sich so sehr über ein Apnoe Happening freuen, und diese in Wort und Schrift kundtun. Hier lassen wir die eingeschworene Lübecker-Truppe erzählen:

Nun ist´s wieder soweit – Happening Zeit
Wie jedes Jahr machte sich auch in diesem Jahr eine Reisegruppe des DUC-Lübecks auf den Weg zum Apnoe-Happening. Dieses Jahr ging es jedoch nicht in Richtung NW sondern Richtung SO.

Die anfänglich aus neun Personen bestehende „Hanseatic-Gruppe“ dezimierte sich leider wegen gesundheitlichen Unpässlichkeiten auf sieben reisende „Spar-Atmer“. Also wurde durch die hervorragenden Organisationstalente noch schnell die Logistik verändert: Umstellung der Fahrgemeinschaften, Umverteilung diverser Gepäckteile, Koordination der Abholtermine, Festlegung der Abholpunkte und…. los ging es.

Der Abreisetag konnte kommen und er kam: 14:30 Uhr Abfahrt, Erster-Teil-Hanseatic-Gruppe, besetzt mit drei Personen zur Weiterfahrt und Abholung weiterer zwei Hanseaten um sich dann konspirativ an der Raststätte „Hasselhöhe“ mit dem Chef der Hanseaten zu treffen. Neuverteilung auf zwei Fahrzeuge in gerechter Aufteilung: Jeder Herr erhält zwei Damen! Nun weiter in den „Ost-Harz“ und schon auf der Fahrt durch die hügelige Landschaft machten wir Bekanntschaft mit der hiesigen Spezialität: dem „Schierker Feuerstein“. Rote Schilder zeigten die „uT-Ware“ an. Was die Bedeutung dieser „uT-Ware“ war, klärten wir im deutsch-deutschen Geschichtsunterricht: „uT-Ware“ wurde zu Erich´s Zeiten „unter Tisch Ware“ genannt. Was nicht käuflich zu erwerben war – und ergo: unter dem Tisch gehandelt wurde. In einigen Landkreisen wurde diese Ware aber auch „Bück-Ware“ genannt.

In Nordhausen, unserem Ziel, angekommen, wurde nur kurz im Hotel eingecheckt um gleich zur Inspektion des See´s wieder aufzubrechen. Der „Sundhäuser See“! Schön lag er da, ganz klares Wasser und bunt gespickt mit farbigen Bojen. Ja, da wollten wir unbedingt rein! Also, ab ins Hotel, essen, einen „Schurken“ probieren? „Nee, ham wir nich, aber ´n Eiskräuter könnt ihr haben“. Na, dann; nehm´wir und ab ins Bett.

FREITAG 28. JUNI
Freitag!! Nun geht´s los. Die Spar-Atmer sammeln ihre Ausrüstung zusammen, schnüren die Lunch-Pakete, packen Stricknadeln und Strumpfwolle, Yogamatte und Jogginghose ein, und nun loooooossss… Als eine der Ersten stürmen wir das Anmeldezelt, nehmen unsere T-Shirts, Lose und die Aufgaben für das Geo-Caching entgegen und wollen loslegen. Eines unserer Organisations-talente meldet das „Jacke-Mobil“ als Wohnmobil an, damit wir dichter am See stehen und im Falle eines Regenschauers nach dem Tauchgang in trockene Kleidung steigen können. Programmpunkt Nr. eins: Wir üben das Atmen. Hier lernen wir auch wieder neue Elemente kennen, die uns gemeinsam „summen“ lassen. Eine ganz neue Erfahrung für die meisten von uns, zu erkennen, dass sie einen großen Resonanzkörper – die Lunge – besitzen. Ein wichtiges Organ, was es gilt gut zu trainieren, um unseren Sport ausüben zu können. Nachdem wir alle gemeinsam geatmet, gesummt, gedehnt und uns vorbereitet haben, geht´s los in Richtung „Jacke-Mobil“. Nun geht´s los, auf der Stelle. Alle in die schwarze Pelle!

Die Hanseatic-Gruppe möchte zum Geo-Caching, es gilt immerhin vier Stationen abzutauchen, um das Rätsel um Neptun´s Schatz zu lösen! „Wie, zwei Stationen liegen auf der anderen Seite des See´s? Schwimmen, durchtauchen, drum herum laufen?“ Nee, das Reisemobil steht bereit: In Form von Trecker und Hänger, wird der Weg kurz, und nicht länger.

Also rauf auf den Planwagen und mit rasanten 6 ?? Stundenkilometern werden wir knirschend, rumpelnd und pumpelnd auf die andere Seite des Sees gefahren. Mitten auf der Wiese vor einem großen Kieshügel steigt die illustre Reisegruppe von ihrem Gefährt. Nun gilt es noch den Kieshügel zu schliddern und dann ist es soweit:
Auf 14 Metern liegt die Yacht mit vier Aufgaben, die es für das Geo-Caching zu lösen gilt und die Bergung eines Schatzes steht auch im Programm. Mathematische Gleichungen an Land zu lösen, fällt schon nicht jedem leicht – aber unter Wasser? Doch in Teamarbeit bekommen wir das recht gut hin, und ertauchen die ersten Hinweise auf das Lösungswort. Nun noch den Schatz bergen, auch das gelingt im Team, denn nicht jeder ist soweit, in das Wrack zu tauchen, die Kiste zu öffnen und den Schatz in Form einer Murmel (Bitte jede/r nur Eine, Ehrensache!) zu bergen.

Dem Einen oder Anderen ist es aber wert, die Größe und Farbe des Schatzes auszusuchen, und dann die Frage, wohin damit ? Im Wasser darf der Schatz nicht verloren gehen, was dem Einen der Handschuh ist, ist dem Anderen der Anzug und so ist jeder Schatz wohlbehalten am anderen Ufer wieder angekommen.
Nachdem die Aufgaben gelöst sind, geht´s weiter nach New York zur Freiheitsstatue, um sich dort ins Gästebuch einzutragen und die Krebse zu Füßen der Dame zu betrachten.
Auch hier wartet eine Aufgabe: „Wie viele Zacken hat die Krone der Statue?“ Irgendwann merkt man jedoch, dass sich der deutsche Sommer noch nicht wirklich durchgesetzt hat und auch unser skurriles Gefährt taucht hinter dem Kieshügel auf. Also, raus aus dem Wasser, Kieshügel erklimmen, rauf auf den Planwagen und rumpelnd und pumpelnd zurück auf die Wiese.

Mittagspause im großen Zelt steht auf dem Programm, wo wir noch dem Vortrag über „Apnoe-Ausrüstung“ lauschen, selbstverständlich unser Wissen weitergeben, und auch die Socken nehmen weiter Form an.
Nachmittags werden nun die beiden anderen Stationen betaucht, auf der Jagd nach Buchstaben. An der ersten Station gilt es auf einer Strecke Letter-Hinweise zu sammeln. An der nächsten Station ist auf 10 Meter Tiefe eine Drehscheibe befestigt. Beim Abtauchen ist darauf zu achten, welche Fische an den Tafeln (befestigt am Seil), abgebildet sind. Betätigt man die Drehscheibe, erscheint auf der einen Seite ein Fischsymbol und auf der gegenüberliegenden Seite ein Buchstabe. Hat man sich nun gemerkt, welcher Fisch auf den Tafeln abgebildet war, erhält man den nächsten Buchstaben für das Lösungswort.

So langsam aber sicher haben die Hanseaten alle Buchstaben zusammen und an Land wird emsig weiter gerätselt. Der Alphabet-Code wird geknackt, das Lösungswort ist gefunden. Juhuu, alle Buchstaben in die Liste, und dann damit in die Verlosungskiste. Der erste Tag neigt sich dem Ende zu und wir testen nach dem Essen die „uT-Ware“, um dann zufrieden und müde den Tag zu beenden.

SAMSTAG 29. JUNI
Der Samstag startet wieder mit Yoga und Atemtechniken, dann wieder rauf auf den Planwagen, rüber zum Seeufer, Kieshügel geschliddert, rein ins Wasser und „Spaßtauchen“. Doch irgendwann schlägt der deutsche Sommer wieder zu und die Kälte nötigt einige von uns nicht auf das illustre Gefährt zu warten, sondern den See schwimmend zu bewältigen!

Der nächste Vortrag bringt uns zu „Deep Inside“, wo wir lernen, welche mentalen Hürden uns zum „Umkehren“ bewegen, obwohl wir eigentlich in der Lage sind, unsere Ziele zu erreichen. Jeder für sich analysiert nun seine Tauchgänge um dieses neue Wissen im Anschluss im See zu testen. Die bunten Bojen kommen nun vermehrt zum Einsatz: Die Glocke wird auf 12,5 m geläutet, am Seil wird getestet, wie tief wir – mental gestärkt – tauchen können, die Ringe werden elegant durchtaucht und der Grund wird in Augenschein genommen. Bei diesen Tauchgängen wird verstärkt die Sicherung geübt – ein sehr wichtiger Part, der von den Spar-Atmern geherrscht werden muss. Da achtet der Chef aber ganz genau drauf!!

Irgendwann geht auch dieser Tauchgang zu Ende und wir bereiten uns auf die große Party vor. Verlosung, Röster und Bier, auch deswegen sind wir hier. Voller Spannung wartet jeder von uns auf seine Losnummer um einen der begehrten Preise zu ergattern. Doch weit gefehlt, die Hanseaten gehen hierbei leer aus. Nun die Prämierung des Geo-Cachings – und juhuu, der Hanseaten-Chef ist im Rennen. In einem Kopf an Kopf Rennen ist die Siegerin nur 1 Sekunde schneller in der Beantwortung der Preisfrage. Doch leer gehen wir nicht aus, das Geo-Caching war so toll organisiert und hat so viel Spaß gemacht, dass es uns eine wahre Freude war, daran teilzunehmen. Dann wollen die frierenden Damen ins Hotel um dort auf die Sofas im Kaminzimmer zu versinken und bei einem „Schurken“ den Abend ausklingen zu lassen. Vom „Schierker Feuerstein“ lassen wir nun die Finger sein, und gehen ins Bett hinein.

SONNATG 30. JUNI
Sonntag geht´s wieder an den See. Was fehlt denn noch? Die Disziplin „statisches Zeittauchen“ kam bis jetzt noch nicht zum Einsatz. Also tritt ein Team unserer Gruppe an: die „hanseatischen Sirenen“ gehen an den Start, um ihren Titel zu verteidigen. Entgegen der sonst vorhandenen Bedingungen beim Statik sind diese Wettkampfbedingungen jedoch sehr besonders: jedes Team besteht aus drei Personen, es wird in „Staffel-Form“ getaucht, d.h. jeweils ein Taucher muss mit dem Gesicht „unter Wasser“ sein, der Staffelstab wird übergeben und erst dann aufgetaucht. Auch liegt man bei diesem besonderen Wettkampf nicht im Pool, nein, man steht an der Außenwand und „hängt“ den Kopf ins Wasser. Die Entspannung fehlt gänzlich, denn die anderen Teammitglieder dürfen stören und negativ beeinflussen. Plötzlich gibt es Wellengang, anstelle von Ruhe wird durcheinander gegrölt, falsche Zeiten werden angesagt….eine wirkliche Herausforderung, die von den „hanseatischen Sirenen“ hervorragend gemeistert wird. Welchen Platz hatten sie denn? Das ist in dieser Disziplin gar nicht wichtig, der Spaßfaktor war 100%!

Schon etwas wehmütig gehen wir nun zum letzten Tauchgang dieses Happenings. Da wird nochmal die Monoflosse ausprobiert und mit „Deep Inside“ werden die 20 Meter auf 23 Meter erweitert, nochmal die eine und andere Übung absolviert und dann wird die Glocke abgebaut – ein letztes Mal geläutet und ab an Land. So langsam neigt es sich zu Ende, das Happening. Was gibt es jetzt noch zu tun? Das neue Gästebuch muss gefüllt werden, und weil die hanseatischen Spar-Atmer immer mal zwischendurch gereimt haben, schreiben sie:

Es ist soweit, Happening Zeit!
Hoch aus dem Norden, sausen – Sieben Duc´ler nach Nordhausen.
Bei der Abfahrt ist schon klar, „Geo-Caching“, auch dieses Jahr.
Bei der Ankunft „oh, wie schön“, alte Bekannte, gleich geseh´n.
Atemtechnik muss erst sein, bevor es geht ins Wasser rein.
Yogalehrer mit uns schnaufen, damit wir nicht im See ersaufen.
Das Wrack bei guter Sicht, darauf waren wir ganz erpicht.
Die Freiheitsstatue aus New York, war auch ein interessanter Ort.
Die Röster an Land, waren auch pikant.
Das Ungeheuer haben wir gebannt, und dabei den Schatz erkannt.
In schwarzer Pelle zum guten Schluss, versammeln wir uns zum Fotoschuss.

Wir sagen nochmal „Danke“ für das schöne Happening.
Andrea, Nicole, Susanne, Karin, Christian, Heiner und Peter…

FOTOGALLAERY 2013

Fotos von: Erhard Schulz und Julian Mühlenhaus

Hier findet Ihr einige Eindrücke vom tollen Apnoe Happening 2013. Unterwasser-Impressionen vom Unterwasserrästel, dem Wrack, der Meerjungfrau und der Freiheitsstatur sowie klasse Bilder vom Spaß-Wettkampf im Pool, der Tombola und der Party, sowie Fotos rund um`s Happening.

Close
Go top